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Plastikwort «Integration»

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«Neuen Wege» im Zeichen von Asyl, Migration und Integration
aus vorwärts online

Die Märzausgabe der Neuen Wege steht ganz im Zeichen von Asyl, Migration und Integration.

Keine Integration ohne Verteilungsgerechtigkeit
Cécile Bühlmann, Geschäftsleiterin des christlichen Friedensdienstes, analysiert die gegensätzlichen Auffassungen der politischen Parteien und betont, dass es Integration nicht ohne – letztlich weltweite – Verteilungsgerechtigkeit gibt.

Die Märzausgabe der Neuen Wege steht im Zeichen der Asyl-, Migrations- und Integrationspolitik. Den Anfang macht Pfr. Hans-Jürg Fehle mit 13 Thesen zur biblisch-christlichen Asyltradition und zu ihrer Bedeutung in der Gegenwart.

An Rechtsstaatlichkeit verloren
Fehle kommt zum Schluss, dass mit dem neuen, verschärften Asylgesetz die schweizerische Asyl- und Ausländergesetzgebung ein weiteres Stück Rechtsstaatlichkeit verloren habe.

Verstoss gegen das Völkerrecht
Deshalb stelle sich die Frage nach dem Privat- und Kirchenasyl dringender denn je. Schon vor den Abstimmungen im vergangenen September hat Fehle den Aufruf «Menschen für Menschenrechte» lanciert. Der Aufruf stellt fest, dass die Schweiz gegen verbindliche Standards des Völkerrechts verstösst, «und zwar in einem Mass, das kein Schweigen mehr duldet.»

Integration schafft auch Desintegration
Die Philosophin Lisa Schmuckli reflektiert in ihrem Referatstext das Thema Integration. Das Referat hat die Autorin im vergangenen November an einer Tagung der Sozialdirektorenkonferenz gehalten. In einem ersten Teil zeigt Schmuckli auf, dass die wiederkehrende Problematisierung von Integration Ausdruck eines allgemeinen Unbehagens gegenüber Deregulierungen ist. Im zweiten Teil führt Lisa Schmuckli die These aus, dass die Ordnung der Gesellschaft auf Ausschluss beruht. Weshalb Integration zu Ambivalenzen führt. Es stellt sich nun die Frage, ob es Voraussetzungen gibt, die eine solche ambivalente Integration ermöglichen oder vereinfachen. Lisa Schmuckli stellt im dritten Teil zwei Vorschläge, wie solche Voraussetzungen aussehen könnten, zur Diskussion. Im vierten Teil ihres Referates zeigt sie auf, dass Integration immer auch ein Stück Desintegration schafft.

Die ehemalige Nationalrätin Cécile Bühlmann behandelte an derselben Tagung die Integration aus politischer Sicht. Bühlmann entlarvt dabei den Ausdruck «Integration» als Gummibegriff bzw. Plastikwort. Plastikworte wirken nicht mehr aus sich selber heraus, sondern durch die Assoziationen, die sie auslösen. Sie entziehen sich einer klaren Definition, obwohl jeder irgendwie weiss, was sie bedeuten.

Parteien auf dem Prüfstand
Cécile Bühlmann stellt die Parteiprogramme der SP, SVP, FDP, CVP und den Grünen nebeneinander und zeigt auf, was die einzelnen Parteien darunter verstehen. Dabei wird offensichtlich, dass unter Integration oft gegensätzliche Standpunkte gemeint werden. Oft wird Integration auch mit Assimilation gleichgesetzt.

Unter Fachleuten hingegen herrscht eher ein Konsens über die Bedeutung der Integration vor. Diese wird als wechselseitiger Prozess zwischen Einheimischen und MigrantInnen verstanden. Die Gefahr besteht , dass ein solches Thema wie die Integration von der Politik gebraucht und oft auch missbraucht wird. Oft, weil es einfacher ist, die Spannungen, welche durch die Migration entstehen, zu bewirtschaften, anstatt sie zu lösen. Durch diese Argumentation wird der Blick darauf verstellt, dass in der Schweiz viel Integration gelungen ist.

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