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16 Tage gegen Gewalt an Frauen

BERUF
Fachtexte


Engagement gegen Gewalt an Frauen: immer noch notwendig!
Rede an der Medienkonferenz, 23. November 2010 im Medienzentrum Bundeshaus

Bild von der Medienkonferenz Medienkonferenz zur Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen», von rechts nach links: Trudie Joras (Medienbeauftragte des cfd), Cécile Bühlmann (Geschäftsleiterin des cfd), Pascale Bruderer Wyss (Präsidentin des Nationalrates), Erika Forster-Vannini (Präsidentin des Ständerates), Sandra Fausch (Co-Leiterin der Bildungsstelle Häusliche Gewalt Luzern)
An 16 Tagen zwischen dem 25. November und dem 10. Dezember finden zum dritten Mal in der Schweiz Veranstaltungen von mehr als 50 Organisationen statt, die auf verschiedene Formen von Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen. Damit ist die Schweiz Spätzünderin einer weltweiten Bewegung: an der Kampagne gegen Gewalt an Frauen beteiligen sich seit 1991 in 164 Ländern mehr als 3'400 Organisationen.

Warum diese Zeitspanne? Der 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und der 10. Dezember der Internationale Menschenrechtstag. Mit der Verbindung der beiden Daten machen Frauen auf der ganzen Welt darauf aufmerksam, dass Gewalt gegen Frauen eine Menschenrechtsverletzung ist. Es ist die am weitesten verbreitete Menschenrechtsverletzung überhaupt! Für Frauen zwischen 15 und 44 gehört Gewalt zu den Hauptursachen für Tod und schwere gesundheitliche Schäden. Vergewaltigung und häusliche Gewalt sind weltweit für diese Altersgruppe ein grösseres Risiko als Krieg, Krebs, Malaria oder Verkehrsunfälle. An den 16 Tagen zwischen dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und dem Menschenrechtstag engagieren sich weltweit tausende von Frauen und Männern gegen Gewalt an Frauen: auf der Strasse, in der Politik, in Podiumsdiskussionen, mit Filmen, über den Äther sowie im Internet. Der Fokus der Internationalen Kampagne liegt dieses Jahr auf dem Zusammenhang zwischen Militarismus und Gewalt gegen Frauen.

Schluss mit Waffengewalt
Es passt gut dazu, dass an der diesjährigen Schweizer Kampagne die Rolle von Waffen im Zusammenhang mit Gewalt an Frauen ein wichtiger Schwerpunkt ist. Wir haben ja auch einen hochaktuellen Bezug dazu! Im Februar stimmen wir ab über die Initiative «Schutz vor Waffengewalt». Deshalb macht die diesjährige 16 Tage Kampagne speziell aufmerksam auf die Bedrohung von Frauen durch Waffengewalt und fordert zu einem Ja zur Initiative „Schutz vor Waffengewalt“ auf. Gemäss Polizeistatistik erfolgten im letzten Jahr fast die Hälfte aller Tötungsdelikte im Rahmen häuslicher Gewalt mit einer Schusswaffe. Der europäische Vergleich zeigt, dass Schweizer Haushalte überdurchschnittlich häufig mit Schusswaffen ausgerüstet sind, was auf die militärische Tradition der Aufbewahrung von Armeewaffen zuhause zurückgeführt wird. Deshalb fordert die Website www.16tage.ch mit einem Appell zum «Schluss mit Waffengewalt gegen Frauen» auf und die Auftakt-Aktion «Was hier stört, stört auch zu Hause» fordert dazu auf, Waffen aus dem Haus zu verbannen.

Weitere Schlaglichter auf die Kampagne in der Schweiz
Es beteiligen sich etwa 50 Organisationen mit eigenen Veranstaltungen an der Kampagne. Ein paar Beispiele aus dem kreativen und abwechslungsreichen Programm: mit einem Tanzspektakel aus Breakdance und Hip Hop wird die Überwindung eigener Verletzungen thematisiert, es gibt einen Mädchenpowertag, an dem konkrete Handlungsstrategien spielerisch umgesetzt werden, es gibt so genannte Radioballetts, bei denen die Beteiligten via Anweisungen aus dem Radio auf öffentlichen Plätzen in Zürich, Bern und Luzern nach dem Motto «Nicht mit mir» verschiedene Strategien gegen Übergriffe üben, Basler Interventionsstellen «lassen Frauen nicht im Regen stehen» und in Chur «kommt Gewalt nicht in die Tüte», dafür aber ein Ball mit der Aufschrift «am Ball bleiben, Gewalt vermeiden». Gewalt gegen Frauen im Zusammenhang mit Migration wird gleich an mehreren Veranstaltungen thematisiert, die Palette reicht vom Thema geschlechterspezifische Gewalt in kriegerischen Konflikten über frauenspezifische Fluchtgründe bis zu sexueller Verstümmelung und Zwangsheirat.

Junge Zielgruppen
Um jüngere Zielgruppen zu sensibilisieren, nutzt die Kampagne neu Social Media wie YouTube und Twitter und täglich werden Anregungen zu guten Taten und Veranstaltungshinweise verschickt und auf dem Facebookprofil «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» werden Hinweise auf aktuelle Ereignisse veröffentlicht und kommentiert. Überhaupt sind dieses Jahr Jugendliche mehr im Fokus der Kampagne. Dies nicht von ungefähr, denn heute weiss man, dass junge Frauen, die als Teenager körperliche oder psychische Gewalt erfuhren viel häufiger Opfer sexueller Gewalt werden oder dass Kinder, die häusliche Gewalt miterleben oder miterlebt haben, später viel eher bereit sind, Gewalt zu erdulden oder selbst auszuüben.

Männer als Opfer
In der letzten Zeit sind immer wieder Meldungen aufgetaucht, wonach sich im Zuge der Emanzipation die Geschlechterverhältnisse in punkto Gewaltanwendung angleichen würden. Es ist gut, dass das Tabu, dass auch Männer Opfer von weiblicher Gewalt sein können, gebrochen worden ist und dass klar ist, dass auch männliche Opfer auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Nur sind beim genauen Hinschauen die Verhältnisse immer noch sehr eindeutig und die Forschungen kommen zum Ergebnis, dass Frauen bei Gewalthandlungen in Paarbeziehungen weit häufiger die Opfer sind. Die wenigen Studien, die auch Gewalt gegen Männer durch ihre Partnerinnen erfassen, geben an, dass bei 5 % bis 10 % der Gewaltfälle ein Mann das Opfer ist. An der Tagung «Es braucht immer zwei – Lösungsvorschläge für Opfer und Täter» von sos-rassismus deutschschweiz zusammen mit dem Frauenhaus und Männerbüro Zürich diskutieren denn auch Männer und Frauen gemeinsam Strategien gegen Gewalt.   
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