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Brief aus Bern

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Der Herbst kommt bestimmt!

Liebe Leserinnen und Leser

Ich hoffe, dass auch Sie sich in den vergangenen Wochen etwas weniger mit Alltagssorgen oder mit Politik, dafür etwas mehr mit erholsamen Dingen wie Reisen, Lesen, Wandern und Spielen beschäftigen konnten. Vielleicht haben auch Sie schöne Abende in Freilichtkinos oder –Theatern verbracht. Vielleicht haben auch Sie sich von Geschichten vor romantischen Schlosskulissen wie Wyher oder Heidegg in andere Welten entführen lassen. Vielleicht haben auch Sie dabei mal konstatiert, dass die Schweiz mit ihrem aktiven „Aussenleben“ immer mediterraner wird und dass es hier eine reiche Palette von bestem Kulturangebot gibt, ich würde mal behaupten so reich wie wohl noch nie in der Vergangenheit. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass ich es fast nicht schaffte, all das Angepriesene zu besuchen. Wenn es Ihnen nicht so ergangen ist, habe ich Ihnen noch einen Tip für den Spätsommer: Sollten Sie den Freiluft-Tell auf dem Rütli verpasst haben, dann ist die Altdorfer Aufführung von Louis Näf eine gute Alternative. Fällt Ihnen sicher leicht, mir das zu glauben, ist doch der Regisseur ein aus dem Luzerner Hinterland ausgezogener Künstler, der inzwischen wenn nicht Welt- so doch Schweizerruhm erlangt hat!

Nun aber wieder etwas ernster: vielleicht hat sie die Kunde von den bundesrätlichen Sparvorschlägen doch irgend in einem Feriendomizil erreicht und Ihnen einen Schrecken eingejagt, als Sie hörten, der Bundesrat wolle 100 Millionen im Regionalverkehr sparen. Vielleicht haben Sie darüber nachgedacht, was das auch für die Region Hinterland bedeuten könnte und gemerkt, wie konkret sich die abstrakten Prozentzahlen eines Sparpakets auch auf Ihr Leben auswirken können. Dank dem dezidierten Protest der Kantone und der Umwelt- und Verkehrsverbände ist der Bundesrat zurückgekrebst und schlägt nun „nur „ noch einen Abbau von 30 bis 40 Millionen im Regionalverkehr vor. Das kann durchaus eine raffinierte Taktik des Bundesrates sein, unmögliche Forderungen wie die 100-Millionen-Sparandrohung in die Luft zu setzen und dann nach dem Protest quasi entgegenkommend „nur“ noch 30 Millionen vorzuschlagen! Am Schluss sind ihm dann die Leute quasi noch dankbar dafür! Viele haben aufgeatmet und gedacht, jetzt sei das Problem abgewendet. Dem ist aber nicht so, auch diese Millionen werden den Regionalverkehr nachhaltig einschränken und müssen mit Fahrplanverdünnungen und möglicherweise der Schliessung ganzer Linien erkauft werden. Ein hoher Preis! Zu hoch, wenn man die alljährlich zum Normalfall gewordenen Überschreitungen der Ozonwerte und die daraus entstehenden Gesundheitsschäden nicht einfach hinnehmen will. Und der Klimawandel geht stille und leise weiter! Auch wenn dieser Sommer uns nicht die grosse, spektakuläre Hitze wie letztes Jahr beschert hat, sind sich die Klimaforscher einig, dass die Erwärmung der Atmosphäre in einem Tempo weitergeht, die nicht mit natürlichen Schwankungen, sondern nur mit dem Verbrauch fossiler Energie erklärbar ist. Also von Menschen gemacht!

Liebe Leserinnen und Leser, finden Sie es angesichts dieser Tatsache nicht auch irgendwie verrückt, dass am öffentlichen, umweltfreundlichen Regionalverkehr gespart werde soll, während immer mehr Offroader die bis zu 20 Liter Benzin saufen, uneingeschränkt unsere Städte und Dörfer mit ihren Abgasen verpesten dürfen? Haben Sie eine Erklärung dafür, warum immer mehr Autofahrer und Autofahrerinnen mit diesen protzigen und überdimensionierten Benzinfressern auf normalen Strassen herumkurven, mit Vehikeln, die eigentlich für die Prärie und fürs Berggebiet, aber nicht für normale Verkehrsverhältnisse wie bei uns konzipiert worden sind. Verwechselt da wohl jemand unsere Strassen mit dem Dschungel? Ich kann es mir beim besten Willen nicht erklären, warum diese auch für FussgängerInnen und für Kinder gefährlichen Gefährte derart boomen. Diesem Missstand ist wohl nur mit Verboten beizukommen, wenn Vernunft und Rücksichtnahme auf andere ganz offensichtlich nicht reichen! Deshalb bin ich froh, dass die jungen Grünen angekündigt haben, sie würden eine Initiative für die Einschränkung von Offroadern lancieren. Den Jungen gehört schliesslich die Zukunft und ich kann gut verstehen, dass sich junge Leute um den Zustand der Umwelt Sorgen machen.

Bereits haben die ersten Veranstaltungen zu den Abstimmungsvorlagen vom 26. September begonnen. Am letzen Samstag hatte ich gleich zwei Auftritte: am Morgen an der Delegiertenversammlung der CSP in Zürich zu den Einbürgerungen und am Nachmittag auf dem Bundesplatz beim Generationenkomitee für die Mutterschaftsversicherung. Dass am Vorabend die Umfrageergebnisse bekannt gegeben worden sind, die beiden Anliegen eine breite Unterstützung voraussagen, hat mich natürlich beflügelt. Pierre Triponez, der mit mir auf dem Bundesplatz eine Rede für den Erwerbsersatz bei Mutterschaft hielt, hat mich zwar vor allzu grosser Euphorie gewarnt: „Weißt du, das letzte Mal waren die Umfragen auch sehr gut, und die Mutterschaftsversicherung wurde abgelehnt.“ Damals habe ihn das natürlich gefreut, er sei ja auf der anderen Seite gestanden. Das ist doch schon ein gutes Zeichen: der Gewerbeverbandsdirektor ist diesmal auf der Befürworterseite und überhaupt ist es eine breite Koalition vom Bauernverband über die Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaften bis zu den Frauenorganisationen und allen Parteien - ausser der SVP – die ja sagt zu dieser moderaten und vernünftigen Lösung. Es sollte diesmal nichts mehr schief gehen, so dass wir den seit 1945 bestehenden Verfassungsauftrag im vierten Anlauf endlich einlösen!

Auch die Einbürgerungsvorlagen werden von einer ähnlich breiten Koalition von Organisationen und Parteien unterstützt. Es gibt ja auch kein vernünftiges Argument gegen die erleichterte Einbürgerung junger hier aufgewachsener Menschen mit ausländischem Pass, die ja nichts weiter möchten, als richtig dazuzugehören in ihrer neuen Heimat, der Schweiz. Was können wir uns besseres wünschen als gut integrierte, mit allen Rechten und Pflichten ausgestattete junge Menschen, die für immer hier bleiben und unser Land mitgestalten werden.

Liebe Leserinnen, liebe Leser. ich wünsche Ihnen einen schönen Spätsommer! Geniessen Sie die letzten warmen Abende im Freien, der Herbst kommt bestimmt!

Bis zum nächsten Mal! Herzlich
Cécile Bühlmann  
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