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Die Zukunft des SKF

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Arbeiten für eine friedliche und gerechte Zukunft
Beitrag von Cécile Bühlmann in der Festschrift «FrauenBande» zum 100jährigen Geburtstag des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes

Zukuftsvisionen aus anderer Sicht: Eine nach wie vor friedenspolitisch aktive, dem Empowerment von Frauen verschriebene ehemalige Politikerin hält fest, wie nahe ihr der SKF thematisch und argumentativ ist und was die dem jubilierenden Verband wünscht. Cécile Bühlmann, wohnt in Luzern. Sie war von 1991 bis 2005 Nationalrätin der Grünen und ist seit 2005 Geschäftsleiterin des cfd.

Erste Erinnerungen an den Katholischen Frauenbund gehen weit in meine Kindheit zurück. Meine Mutter war Mitglied des Katholischen Frauenbundes in Sempach. Sie nahm regelmässig an den Anlässen teil und das waren die wenigen Male, dass sie allein aus dem Haus ging und nicht Besorgungen für die Familie machte. Was da genau besprochen wurde, weiss ich nicht. Aber ich weiss, dass es ihr gefiel, andere Frauen zu treffen, aus dem Haus zu kommen, frei zu haben. Weniger begeistert war sie vom Präses, wie der Präsident damals hiess, es war der strenge Pfarrer von Sempach, der sie sonst schon recht einschüchterte.

Die Emanzipation von der Männerkirche
Als ich später als Politikerin selber in Kontakt zum SKF kam, hatte er sich längst aus der Bevormundung durch klerikale Männer befreit und war ein Sprachrohr der Frauen in der Öffentlichkeit und somit ein Teil der Frauenbewegung und eine starke und oft unbequeme Partnerin der Kirche geworden. Der SKF hat sich, ohne seine sozialen und karitativen Wurzeln zu kappen, der „Politik des Einmischens“ verschrieben, wie Bundesrätin Doris Leuthard im Jubiläumsinterview schreibt. Unter anderem ist es auch der Einmischung des SKF zu verdanken, dass die Schweizerinnen 1971 ihre poltischen Rechte erhielten. Er habe aus stummen Bürgerinnen eigenständige Staatsbürgerinnen, aus kirchentreuen und kirchennahen Frauen kirchenkritische, engagierte Laien gemacht, sagt die ehemalige SKF- Zentralpräsidentin Anne-Marie Höchli-Zen Ruffinnen.

Die Emanzipation gegenüber der Männerkirche zeigt sich auch in der unzweideutigen Stellungnahme zum Frauenpriestertum, welches der SFK fordert, weil es selbstverständlich sei, Frauen gleich zu behandeln wie Männer und weil der SKF Kirche als Gemeinschaft von Gleichgestellten in der Nachfolge Jesu verstehe. „Nicht die Zulassung von Frauen zu den Weiheämtern muss begründet werden, sondern deren Ausschluss“, hielt der SKF schon 1996 in einem Thesenpapier fest.

Wenn ich mir die Liste der Themen in Erinnerung rufe, zu denen sich der SKF geäussert hat, dann stelle ich eine hohe Übereinstimmung mit den Themen fest, die mich seit langem umtreiben und zwar sowohl in der Funktion als ehemalige Politikerin wie auch in meiner jetzigen Funktion als Geschäftleiterin der feministischen Friedensorganisation cfd. Aber nicht nur in der Themenwahl finde ich mich wieder, sondern in der Differenziertheit und im Fokus der Argumentationslinie. Ob sich der SKF zur gemeinsamen elterlichen Sorge, für die Initiative zum Schutz vor Waffengewalt, gegen die 11. AHV-Revision oder zum sexuellen Missbrauch in der Kirche äussert, um nur ein paar Beispiele zu nennen, kann ich zusammenfassend sagen: es sind immer für Frauen sehr relevante und gesellschaftsverändernde Themen, heisse Eisen werden nicht gescheut und die Positionen sind fundiert und ethisch gut begründet. Der Fokus der SKF-Stellungnahmen ist der der feministischen Theologie. Der SKF stellt die Frage der Machtverhältnisse und der Gerechtigkeit grundsätzlich und nicht nur im Hinblick auf die Geschlechtergerechtigkeit. Klar ersichtlich ist aber die Parteilichkeit für die Rechte und die Würde der Frauen. Das Empowerment von Frauen, läuft wie ein roter Faden durch die SKF-Geschichte und Gegenwart.

Was soll die Zukunft bringen?
Nur wer seine Geschichte kennt ist zukunftsfähig. Der SKF muss nicht einen Bruch mit seiner Tradition machen, er kann nahtlos anknüpfen an sein bisheriges Engagement. Und wenn ich das SKF-Leitbild „Für eine gerechte Zukunft“ anschaue, finde ich darin Kernsätze wie „Der SKF will für umfassenden Frieden, gewaltlose Konfliktbewältigungen und schonenden Umgang mit der Schöpfung einstehen, an der Lösung von aktuellen Zeitproblemen und der Gestaltung der Zukunft mitwirken, Veränderungen fordern, zum Aufbau gerechter Strukturen beitragen, sich für die Gleichstellung von Frau und Mann in Familie, Gesellschaft und Kirche sowie in den Bereichen Bildung und Arbeit engagieren. Das tönt zwar abstrakt, wenn es aber in der bisherigen SKF-Differenziertheit fortgeführt wird, stimmt es mich sehr zuversichtlich. Da braucht es keine Kursänderung und angesichts der heutigen Polemiken und Populisten ist Kurshalten schon sehr viel. Und wenn es dem SKF gelingt, dass er in Zukunft auch für Migrantinnen und junge Frauen ein attraktiver Einmischungsort wird, dann kann nichts mehr schief gehen. In diesem Sinn: Schusterinnen, bleibt bei euren Leisten, sie haben sich bewährt!  
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