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30 Jahre Frauenhaus Luzern

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Das Luzerner Frauenhaus feiert den 30. Geburtstag
Vorwort für den Jahresbericht des Frauenhauses Luzern, Mai 2014

Es war ein grosser Tabubruch, als frauenbewegte Frauen in den 70er-Jahren begannen, die häusliche Gewalt zu thematisieren und sie damit aus der Privatheit der Familien ans Licht der Öffentlichkeit holten. Es war die Zeit, in der es hiess, was in den Familien geschehe, gehe weder Staat noch Gesellschaft etwas an. Dieses Wegschauen hatte unzählige Frauen und Kinder schutzlos der Gewalt ausgeliefert – und das an dem Ort, an dem eigentlich Geborgenheit und Vertrauen angesagt wären: in den eigenen vier Wänden.

Frauenhäuser, in denen gewaltbetroffene Frauen Zuflucht finden sollten, waren eine der wichtigsten Massnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt, welche die Frauenbewegung damals energisch und lautstark forderte. Parallel dazu wurde im Eidgenössischen Parlament gefordert, die Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe zu stellen. Es war eine harte und langwierige Auseinandersetzung, aber letztlich eine erfolgreiche: seit April 2004 werden Gewalthandlungen in Ehe und Partnerschaft von Amtes wegen – also auch ohne Antrag der Gewaltbetroffenen – als Delikt verfolgt und sanktioniert. Diese so genannte Offizialisierung von Gewaltdelikten in Ehe und Partnerschaft ist Ausdruck einer veränderten Denkweise der Gesellschaft; sie ist das Resultat einer langen öffentlichen Diskussion, in welcher die Frauenhäuser eine wichtige Rolle spielten.

Nach einer turbulenten Phase der Auseinandersetzung zwischen konservativen und progressiven Frauen Luzerns, bei der es um die Frage der Autonomie des künftigen Frauenhauses ging, konnte dieses schliesslich im Jahr 1984 den Betrieb aufnehmen. Seither haben 5101 Frauen und Kinder Zuflucht im Frauenhaus Luzern gefunden, insgesamt zählte man in dieser Zeit 136'467 Übernachtungen! Es waren Frauen aus unterschiedlichsten Schichten, Herkunftsregionen, Religionszugehörigkeiten, die ins Frauenhaus kamen. Sie hatten unterschiedlichste Formen der Gewalt erlitten, Schläge, Drohungen, Vergewaltigungen, Stalking, Zwangsheirat und Zwangsehe, sie erlebten die Misshandlung ihrer Kinder. Für diese 5101 Frauen bedeutete der Aufenthalt im Frauenhaus eine Verschnaufpause, um für sich und ihre Kinder in Ruhe die Zukunft zu planen und einen Ausweg aus dem Teufelskreis der Gewalt finden zu können. Das ist ein riesiges Verdienst der Mitarbeiterinnen des Frauenhausen, der Freiwilligen und der Vorstandmitglieder des Vereins Frauenhaus Luzern. Dafür gebührt ihnen ein ganz grosses Dankeschön!

Ausruhen werden sich die Engagierten nicht können, denn es gibt immer noch viel zu tun. Im Jahr 2012 kam es schweizweit immer noch zu 15'810 Straftaten, die dem Bereich der häuslichen Gewalt zugerechnet werden müssen. In 49 Prozent der Fälle häuslicher Gewalt bestand zwischen geschädigter und beschuldigter Person eine Paarbeziehung und in 27 Prozent der Fälle handelte es sich um eine ehemalige Partnerschaft. Von Entwarnung also noch keine Spur! Gleichzeitig bedrohen sparwütige Entscheide von PolitikerInnen die finanzielle Zukunft der Frauenhäuser.

Da kann ich nur wünschen: durchhalten, Verbündete suchen, weitermachen!  
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