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Kolumne 60plus: Verwaltungskosten

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Das grosse Jammern der Pensionskassen
Kolumne erschienen auf der Website von Luzern60plus, Mai 2017

Mit ungläubigem Staunen habe ich in einer Konsumentenzeitung gelesen, wie es sich Pensionskassen und Lebensversicherer auf Kosten der Versicherten gut gehen lassen. Diese Informationen stehen im scharfen Gegensatz zu deren Gejammer, wie schlecht es ihnen gehe und dass sie deswegen gezwungen seien, den Umwandlungssatz zu senken. So tönte es mehrstimmig vor und während der Debatte um die Altersreform 2020, über die wir im September abstimmen.

Das Wort „Umwandlungssatz“ tönt zwar recht technisch, ist aber für alle Rentenbezügerinnen und -Bezüger von eminenter und folgenschwererer Bedeutung. Denn ob der Umwandlungssatz zur Berechnung der Rente 6.8% oder 6% beträgt, beeinflusst die Höhe der Rente enorm. Ein Beispiel: Wer ein Alterskapital von einer halben Million angespart hat, welches mit einem Satz von 6.8% in eine Rente umgewandelt wird, erhält eine Jahresrente von 34 000 Franken. Bei einem Umwandlungssatz von 6% sind es nur noch 30 000 Franken. Das heisst, die Rente fällt um 333 Franken tiefer aus – und das jeden Monat bis ans Ende des Lebens!

Um diese Rentenreduktion etwas abzufedern, sieht die vom Parlament genehmigte Altersreform 2020 für zukünftige Rentnerinnen und Rentner 70 Franken mehr AHV vor pro Monat. Das ist natürlich für viele von ihnen in keiner Art und Weise ein vollwertiger Ersatz für die Reduktion der Pensionskassenrente, aber eine Geste in die richtige Richtung. Und um die musste so hart gerungen werden, daran wäre der Kompromiss im Parlament noch fast gescheitert. Dieser Kompromiss muss zudem mit Mehrwertsteuerprozenten, Lohnprozenten und der Erhöhung des Frauenrentenalters finanziert werden. Die Versicherer hingegen sind ungeschoren davongekommen. Das ist eine bittere Pille. Ihre Lobbyisten, darunter etliche Parlamentarier selber, haben also in Bern erfolgreich gejammert! Ärgerlich dabei ist nämlich, dass sie es sich selber sehr gut gehen lassen. Denn für den Verwaltungsaufwand und die Kosten für die Vermögensverwaltung wird von ihnen die stolze Summe von 6 Milliarden Franken im Jahr in Rechnung gestellt. Diese ungeheure Summe fehlt natürlich am Schluss bei den Renten. Es kommt vor allem auch deshalb so teuer zu stehen, weil sich die Schweiz den Luxus leistet, eine unglaublich hohe Zahl von Versicherern zu haben: Mehr als 1800 Pensionskassen und Lebensversicherer teilen sich das grosse Geschäft!

Dass das nicht zwingend so sein muss, zeigt ein Blick nach Norwegen: Der norwegische Staatsfond verfügt über ein der Schweiz vergleichbares Rentenvermögen, braucht aber für die Verwaltung nur etwa ein Zehntel so viel wie die Schweiz. Da kommen mir unweigerlich Parallelen zur Debatte über die Einheitskasse im Krankenversicherungsbereich in den Sinn. Da wäre doch ein fantastisches Sparpotenzial bei den Versicherern vorhanden, welches den eigentlichen Besitzern dieser Gelder, nämlich den Versicherten, zu Gute kommen müsste.   
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